05.07. 20Uhr Filmabend

„Turban und Hakenkreuz – Der Großmufti und die Nazis“

Muhammad Amin al-Husaini entstammte einem der einflussreichsten Familien Jerusalems. Sechzehn Jahre lang war al-Husaini das religiöse Oberhaupt der arabischen Muslime, dreißig Jahre ihr politischer Führer und lange Zeit auch politischer Repräsentant der arabischen Welt. Der Film über den Großmufti führt die Verbundenheit des Islams mit der deutschen Geschichte und die Nähe zum Nationalsozialismus vor Augen.

Der palästinensische, arabische Nationalist zählte zu seinen Lebzeiten als Vorbild und Held.
Neben seiner Aufgabe als „Mufti“, die Bezeichnung für das Amt eines islamischen Geistlichen und Rechtsgelehrten, beschreibt, hatte er ab den 20er Jahren die „Präsidentschaft des obersten islamischen Rats“ inne. Als in den 30er Jahren durch Politik der Nazis eine Vielzahl von jüdischen Glaubensanhänger Zuflucht in al-Husseinis Reich suchten, machte der Mufti es zu seiner Aufgabe, Palästina von den Juden zu befreien. 1936 forderte der ihm unterstehende islamische Rat das Beenden der jüdischen Immigration, sowie das Verbot des Landerwerbs für jüdische Bürger. Dies entsprach jedoch nicht dem Willen der Briten, die die Besatzungsmacht im Lande inne hatten, Al Husseini wurde in seiner Position des obersten Rats abgesetzt.

Sein Antisemitismus ließ ihn ab 1937 offen mit den Nationalsozialisten kollaborieren. 1941 wurde er von Hitler persönlich empfangen, zwei Jahre später organisierte der arabische Nationalist bosnische Rekruten für die SS. Für vier Jahre wohnte Al-Husseini sogar in Berlin. Der Nazi-Propagandist unterstützte Hitler bis zum bis hin zum Ende des Krieges.

Der Film von Heinrich Billstein erzählt eine bis heute unbekannte Geschichte des Dritten Reiches, die auf den ersten Blick kuriose Beziehung zwischen dem Mufti und den Nazis ist eine Facette der Nazizeit, die bisher wenig Beachtung gefunden hat.

*organisiert von der Gruppe IKKE